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Jammern es ist nicht mein Absicht. Erzählen mag ich, und ich erzähle (rede) gern. Meine Erzählungen haben nichts mit gar keine Märchen oder Menschen (im Grund genommen) zu tun sondern mit meinem Leben. Ich erzähle, so lange mir bewusst ist, Tatsachen.
Um die Rechtschreibung kümmern sich doch vielleicht andere, ich tue es noch nicht.
Wie ich hier angekommen bin? Es ist nicht kompliziert, eigentlich es ist ganz einfach aber trotzdem unverständlich. Liebe ist die Antwort. Hallo Fräulein Yokota!! Es ist das XXI. Jahrhundert! Na ja, ich bin doch recht altmodisch…Ich liebe Blondie, Queen, ABBA und der Wagner.
Der einzige Kirchdorf-Einwohner, den ich tierisch liebe. Ausgenommen Pablo, Pablo wohnt doch in Kirchdorf ist aber 100% Peruaner. Dann bleibt es nur mein Alexander.
Focus-Groups, Deep-Interviews, Organisation-Umstrukturierungen, Kommunikationsvorschlägen… die waren meine Alltagssprachen. Meinen Sprachen. Meine Leben. Freizeit war ein Fremdwort. Jetzt schaue ich an Fenster an und die Straßenbahnen fahren nicht vorbei, die Kneipen sind nicht mehr da. Es war 2008. Ganz einfach. Es gibt gar keine U-Bahn in Kirchdorf.
Vom Heimweh war die Rede. Was für eine Rede? Na ja vielleicht bin ich von einige gefragt worden. Das Timbre läutet seltener. Aber was für ein Timbre Frau Wagner? Jetzt wohnen sie in der Hauptstraße 21, sie sollen es einfach nicht darauf warten auf die Unbekannten.
Wo sind meine Familie, meine Freunde? Ich muss eine Karte suchen. Einige tausende Kilometer weiter weg. Es ist leider keine Vermutung sondern eine Tatsache. Die Tatsache. Meine Sache.
Die Telefonate werden seltener. Ich selbst gerate in Selbstvergessenheit. Ich bin nicht mehr „die Daisy“: die kleine, die lustige, die Profi, die „Party“-Organisatorin. Jetzt bin ich die Frau von einem Dorfeinwohner. Ich versuche mich zu verstecken in „schein“ Depressionen. Gott sei Dank mein Mann war da. Schwamm drüber.
Ein Jahr es ist schon vorbei, trotzdem bin ich im Auge des anderen… die Ausländerin. Keine Engländerin, Französin, Amerikanerin. Einfach Ausländerin. Schlimm? Na ja, dann machen wir das Glas klar.
Ich werde nicht über Machu Picchu, Manu oder Mancora reden. Ich rede über mich. Ja, es ist langweilig. Ich bin nicht Peru, sondern eine Peruanerin. Es tut mir Leid. Am Ende bin ich nur ein Mensch. So wie du aber mit einer anderen Hautfarbe. Ich denke lieber an Warhol. Er lenkt mich ab.
Ich habe keine Feder am Kopf oder trage keine Ponchos. Ich trage Jeanshosen, obwohl ich gern einen Poncho tragen würde. Sie sind mir aber zu teuer.
Bis demnächst.

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